Nur mal so ein kleines Update…

Ich bin ja nun seit genau 4 Wochen wieder in der Heimat. Habe am Freitag einen Reisebericht in der Schule veranstaltet und in dem Zuge diese Karte gemacht, um meine Reiseroute zu veranschaulichen. So weit bin ich wirklich gereist?? Das rote sind auf dem Landweg vollbrachte Wege, das blaue bin ich geflogen.

Ankommen war schwierig, an Vieles musste sich erst wieder gewöhnt werden und auch immernoch vermisse ich Menschen, Orte, Essen, Tai Chi Kurse…:)

Aber so langsam fühle ich mich auch hier wieder zu Hause und blicke motiviert in die Zukunft. Vorträge, Kräuterwanderungen, Beratungen und Ferienlager werden geplant und vorbereitet. Na dann kanns ja losgehen…

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Was auf die Ohren…

Nur mal so als Empfehlung: In Vorbereitung auf einen Kurs mit Liu Ming nächste Woche habe ich mal seinen Webshop durchstöbert und viele großartige Aufzeichnungen von seinen Kursen zum Download gefunden. Natürlich leider nur auf Englisch. Für jeden Daoismus-Interessierten sehr empfehlenswert. Die erste Datei in dem Link hier  (Introduction to Healing Apprenticeship) ist kostenlos….hört mal rein!

Der erste Monat/ein Rückblick – the first month/a review

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Der erste Monat in San Francisco ist „überstanden“ und ich wage mal den Versuch einer Zusammenfassung… die Zeit vergeht so schnell und ich habe das Gefühl, ich habe alles und nichts erlebt. Ich habe viel über das gelernt, was ich arbeiten und lernen möchte, wenn auch nicht auf die Art, die ich mir erhofft hatte. Bisher ist mein Eindruck von Qigong in dieser Stadt oder in diesem Land sehr unterschiedlich von meinem eigenen Bild davon. Natürlich habe ich noch nicht sehr viel davon gesehen.

Obwohl es mir nicht besonders gefällt, lerne ich sehr viel über Marketingstrategie und andere Sachen, die wichtig sind für das Geschäft. Das ist natürlich sehr wichtig, ein Großteil der Zeit wird ja in fast jedem Beruf für Werbung u.ä. aufgewendet. Hier ist das alles umso wichtiger, einerseits (zumindest ist das meine Meinung) aufgrund der Menge von Leuten die hier in diesem Gebiet arbeiten. Ich habe keine genaue Zahl, wie viele TCM-Therapeuten, Qigong-Lehrer und Akupunkteure in San Francisco arbeiten, aber ich vermute, dass es Hunderte sind. Der andere Grund für das vermehrte Augenmerk auf Vermarktung und Werbung ist möglicherweise die schwierige wirtschaftliche Lage derzeit. Leute sind weniger bereit, Geld auszugeben für Behandlungen, die nicht von der Versicherung übernommen werden, also muss die Werbung natürlich dementsprechend sehr überzeugend und eindringlich sein.

An gut organisierter Werbung ist natürlich nichts auszusetzen, allerdings, zumindest so wie es mir hier begegnet ist, führt es oftmals zu einer Verwischung des philosophischen Inhalts. Viele Kurse oder Veranstaltungen, die ich bisher besucht habe, waren mehr um die möglichst eindrucksvolle Darstellung des Meisters und seiner Wundertaten bemüht als um die Demonstration und Vermittlung von tatsächlichen Übungen und Techniken, die für die Teilnehmer einfach nachvollziehbar und vor allem UNABHÄNGIG vom Meister im Alltag ausgeführt werden können.

Natürlich gehören immer zwei dazu und die extreme Begeisterungsfähigkeit der meisten Amerikaner, die ich unter Umständen als sehr liebenswert empfinde, wird ihnen hier zum Verhängnis. Andererseits führt sie manchmal zu beeindruckenden Resultaten! Ich habe nun tatsächlich Leute gesehen, die ihren Arm plötzlich nach 2min Behandlung wieder bewegen konnten nachdem er 2 Jahre unbeweglich war…. deswegen fällt es mir schwer, die ganze Sache als schlecht zu bezeichnen. Schließlich ist es mittlerweile eine weit verbreitete Meinung unter Medizinern, dass der Placebo-Effekt als solcher nicht ganz so stiefmütterlich behandelt werden sollte, da er doch Menschen aufwändige Operationen und belastende medikamentöse Behandlungen ersparen kann.

Trotzdem bin ich mir sicher, dass es sich hierbei nicht um die Art von Qigong handelt, die ich gerne lernen und praktizieren möchte. Eine wichtige Erfahrung ist es denke ich jedoch allemal.

Ein kleiner fachlicher Lichtblick ist jedoch die Einladung, ab und an mal in den Klassen des American College of Traditional Chinese Medicine (ACTCM) beizusitzen. Das werde ich ab nächster Woche tun, wann immer ich Zeit habe.

Während mich meine fachliche Bildung zurzeit zwar weiterbringt, aber nur mittelmäßig begeistert, mache ich gerade die interessante Erfahrung, dass es nicht die großen, wichtigen Ereignisse sind, die im Gedächtnis hängenbleiben, sondern dass es die kleinen Dinge sind, die einen verändern und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Leute, die man auf der Straße trifft. Ein Lied im richtigen Moment. Szenen des Alltags am anderen Ende der Welt. Momentan glaube ich, dass ich von diesen winzigen Situationen mehr nach Hause nehmen werde, als von dem tatsächlichen Unterricht. Und noch viel wichtiger: ich habe nicht das Gefühl, dass das irgendeinen Unterschied macht.

SF Botanical Garden

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Die Tage vergehen so rasend schnell, dass ich kaum Zeit habe zum Bloggen. Das gleiche gilt für emails schreiben und überhaupt jegliche Art von Organisation. Doch ich denke, dass ist in der Regel ein gutes Zeichen. Auch auf dem fachlichen Gebiet passiert so einiges, ich verliere langsam den Überblick über das, was ich schreiben will und ich glaube, ich muss mich damit abfinden, dass wohl nicht alles seinen Weg in diesen Blog finden wird.

Vor ein paar Tagen war ich im Botanischen Garten von San Francisco im Golden Gate Park. Eine wunderschöne Anlage mit unglaublicher Vielfalt, sortiert nach Kontinenten und Klimazonen, das Wetter war glücklicherweise perfekt und ich hatte die Chance, ein paar Exemplare der Chinesischen Materia Medica live und in Farbe zu sehen. Diese Erfahrung werde ich hoffentlich am nächsten Sonntag erweitern, wenn alles gut geht, werde ich an einer Kräuterwanderung durch einen chinesischen Kräutergarten in Berkely teilnehmen.

Das schönste an dem Tag war, ihn mit jemandem zu verbringen, der meine Begeisterung wirklich teilen konnte, wenn nicht sogar noch übertroffen hat..:-)

Zingiber officinalis

Prunella vulgaris

Time flies so fast that I don’t even get to blog. Same thing for answering emails and organization in general. Although I think that this might actually be a good thing! Even on the professional level a lot of things happen and I kind of loose track of what I want to write about. I think I might have to accept that not everything will find its way into this blog.

A few days ago I visited the SF Botanical Garden in Golden Gate Park. An amazing complex organized by continents and climate zones with a huge variety of plants, trees, herbs and flowers, the weather was perfect and I had the chance to see a few examples of the chinese Materia Medica live. I hope to expand this experience next Sunday, when I will probably take part in a herb walk through a chinese herbal garden in Berkeley.

The best thing about this trip though was the fast that I could spend it with someone who actually shared my excitement if not even beat it…:-)

San Francisco


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Nach einer mehr oder weniger unerfreulichen Einreise bin ich nun gut in San Francisco angekommen. Die selbstorganisierte Studienreise kann also losgehen. Nachdem es ein paar Probleme bei der Immigration gab aufgrund der nicht gerade perfekt durchorganisierten Natur dieses Aufenthalts, werde ich hoffentlich in den nächsten Tagen Gelegenheit haben, dies nachzuholen. Momentan habe ich den Kopf noch nicht frei, mich mit Chinesischer Medizin zu beschäftigen, da erstmal alles auf Orientierung und „Überleben“ ausgerichtet ist.

Meine erste Amtshandlung in die Richtung war jedoch ein Bummelgang im offiziellen Chinatown der Stadt, da sich mein Hostel direkt davor befand (ich habe gerade gelernt, dass es hier tatsächlich eine ganze Menge Chinatowns gibt.). Der Laden, der meine Aufmerksamkeit auf sich zog, war ein sehr schicker und professioneller Teeladen mit angeschlossener Apotheke für chinesische Kräuterrezepte. Ich wurde dann direkt zu einer Tasse Tee eingeladen und konnte die komplizierten Zubereitungsvorgänge bestaunen, die je nach Teesorte extrem variieren können. So lernte ich gleich etwas über „gong fu cha“, das Kung Fu des Tees. Denn bekannterweise beschränkt sich der Ausdruck Kung Fu ja nicht im Geringsten auf die verschiedenen Kampfkünste, sondern bedeutet ja übersetzt „beständiges Üben“ oder auch „rechte Anstrengung“ und kann sich auf jede beliebige Tätigkeit beziehen, solange sie eben mit einer gewissen Beständigkeit und einem gewissen Hintergrund betrieben wird.

Ich habe das Gefühl, dass dieses Erlebnis sehr bezeichnend für die gesamte Unternehmung sein wird, denn aus verschiedenen Gründen (vor allem finanzielle) wird ein Großteil der Erfahrungen, die ich hoffentlich machen werde, nicht im eigentlichen Sinne etwas mit meinem Fachgebiet zu tun haben. Aber das schöne am Daoismus und allem, was dazu gehört, ist ja, das jede, und zwar wirklich jede Erfahrung etwas beitragen kann zu einem besseren Verständnis. Zum Beispiel der Besuch in einem Teeladen.

 

After a some kind of unpleasant journey I arrived safely in San Francisco. The self-organized study trip is about to start. After a some kind of difficult immigration due to the vagueness of my specific goals in the states I hopefully now have the time to plan things. Right at the moment I’m not ready yet to deal with the Chinese Medicine stuff I want to do, because I’m quite focused on getting oriented and „surviving“.

My first action in this direction was a short bimble across the official Chinatown, since my hostel was located right in front of it (I only learned today that there are quite a lot of Chinatowns in this city).

The store that caught my attention was a very fancy and professional tea shop with an apothecary for chinese herbal formulas. In a matter of seconds I was invited to a cup of tea and was allowed to watch the difficult processes of preparation that vary astonishingly depending on the kind of tea. This way, on my first day in SF, I learned something about „gong fu cha“, the kung fu of tea. Because, as you probably know, the term „kung fu“ is not at all limited to the various kinds of martial arts, but actually means „consistent practice“ or „the right effort“. This can be applied to any kind of activity that is practiced with a certain effort and consistency and a certain background.

I had the feeling, that this experience will turn out to be very characteristic for this whole adventure, because for several reasons (financial, mostly) the experiences I’m hopefully gonna have will for the biggest part not have something to do with my profession. But the great and fascinating thing about Daoism is that everything that happens, absolutely everything can add something to a better understanding. For example stepping into a teashop.

Endlich mal…. – Finally…

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…hat mich jemand gefragt, was es eigentlich mit dem Namen dieses Blogs auf sich hat. Der stammt aus einem Koan des Zen-Buddhismus:

Ein Mönch fragte Tozan: „Was ist Buddha?“

Tozan antwortete: „Drei Pfund Flachs.“

Das ergibt erstmal keinen Sinn, aber das soll es auch gar nicht, schließlich reden wir hier von einem Koan (es gibt übrigens auch eine Variante, in der die Antwort lautet: „Ein Haufen Mist.“) Hierbei handelt es sich um beispielhafte Anekdoten aus dem chinesischen Chan- bzw. japanischen Zen-Buddhismus, die sich oft zwischen Meister und Schüler abspielen und für den Laien im ersten Moment ziemlich sinnlos oder sogar paradox anmuten. Koans sind normalerweise auch mit dem rationalen Verstand nicht zu erfassen. Es geht vielmehr darum, Erkenntnis abseits der rationales Denkfähigkeit zu erlangen. Dabei wird das Koan sowohl als Hilfsmittel als auch als Maßstab für den Erkenntnisstand des Schülers genutzt.

Stellvertretend für die Schwierigkeiten, die unser Verstand hat, diese fernöstliche Denkweise zu erfassen, habe ich diesen Namen gewählt. Am faszinierendsten an der ganzen Thematik finde ich eben nach wie vor, dass es so eine geistige Arbeit ist, sich damit auseinanderzusetzen und das Ganze auch nur im Ansatz zu verstehen. Außerdem wollte ich gerne einen klassisch anmutenden Namen, aber sowas wie „Pfirsichblüten“ oder so fand ich dann etwas abgedroschen…

. . .

…somebody asked me what the name of my blog means after all. I borrowed it from a koan in Zen-Buddhism:

A monk asked Tozan: „What is Buddha?“

Tozan answered: „Three pounds of flax (german: drei Pfund Flachs).“

Doesn’t make any sense, does it. Well, it’s not supposed to – it’s a koan (by the way, there is also a version of this koan where the answer is „a heap of dung“)! A koan is some kind of anecdote from the chinese Chan- or japanese Zen-Buddhism that often takes place between master and student or novice and seem very paradox or absurd to the layperson’s ear. Usually, it’s impossible to grasp them in a rational way. I think it’s more about getting some insight beyond rational thinking. This way, the koan is used both as a method and a benchmark for the level of insight of the student.

The name represents the difficulty that we have understanding the far eastern way of thinking. For me it’s the most fascinating thing that it’s this kind of mental effort to deal with this topic and understanding it only in the very beginnings. Also I wanted a name that sounds some kind of classical, but something like „peach blossoms“ sounded a little….corny to me.

My Entrümpelung

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Was haben nun meine Umzugsaktivitäten mit Chinesischer Medizin zu tun? Das Konzept des Abwerfens von Ballast hat die CM natürlich nicht für sich gepachtet. Jeder Mensch kennt das befreiende Gefühl nach einer ordentlichen Entrümpelung. Das liegt nicht unbedingt daran, dass wir weniger Sachen besitzen als vorher. Das gute Gefühl entsteht durch die wiederhergestellte Kontrolle, den Überblick über unseren eigenen Besitz. Wie so oft ist auch hier nicht die Quantität der Dinge, die wir besitzen, entscheidend, sondern der Umgang mit der Gesamtheit unseres Eigentums in unserer unmittelbaren Umgebung.
Durch die Möglichkeit der Nutzung unseres Wohnraums als Lagerungsort sammelt jeder von uns unweigerlich eine ganze Reihe an ungenutzten Dingen an. Manchmal fehlt die Zeit, den Nutzen einer Sache unmittelbar nach ihrem Erhalt einzuschätzen und so ihre Zukunft im Haushalt zu bestimmen, also wandert es in einer Schublade, Abstellkammer, einen Keller oder Dachboden.
Genauso geschieht es oft mit kaputten, unbrauchbaren oder gar unliebsamen Dingen. Oder auch mit Gegenständen, die wir aus purer Gewohnheit behalten. Aus den Augen, aus dem Sinn, denken wir. Ganz so einfach funktioniert es dann aber doch nicht, denn nichts, was sich in unserem Einzugsbereich befindet, können wir einfach so vergessen. Unterbewusst wissen wir, dass es da ist, nur nicht mehr genau, wo es sich befindet, in welchem Zustand es ist und wie wir damit verfahren sollen.
Kurz gesagt, ein kleiner unbewusster Teil unserer Aufmerksamkeit ist immer auf diese Dinge gerichtet, die sich in Unordnung befinden. Und das ist erschöpfend, nicht massiv, aber dennoch stetig.

Deshalb raten wir Schülern und Klienten häufig, eine „Ballast-Inventur“ zu machen, um diese Stagnationen zu beseitigen. Denn für einen Heilungsprozess jeglicher Art sind Stagnationen, egal ob innerhalb des Körpers oder in der auf uns wirkenden Umwelt, immer hinderlich. Das heißt nicht, dass man krank wird, nur weil die Wohnung unaufgeräumt ist. Es heißt aber schon, dass eine klare, geordnete, überschaubare Umgebung uns nicht so viel Energie abverlangt und damit besser mit den eigenen Reserven gehaushaltet werden kann.
Was Ballast nun tatsächlich ist, ist natürlich sehr individuell. Kaputte Geräte sind für die meisten Leute Ballast. Für den Sammler, Bastler oder Erfinder können sie zum Beispiel das Gegenteil sein, je nachdem ob sie sich tatsächlich aktiv damit beschäftigen, oder nicht. Außerdem geht es insgesamt wie gesagt nicht um die bloße Reduktion von Besitz, sondern darum, das Fließen, die Veränderlichkeit auch auf dieser Ebene zu erhalten und zu fördern.
Ein paar grundsätzliche Regeln kann man jedoch annehmen. Ballast ist demnach:

1. Alles, was ich nicht liebe UND nicht brauche.
2. Alles was ungeordnet ist.
3. Alles was nicht funktioniert.
4. Alles, was verschmutzt ist.

Wie ihr seht, sind also zum Beispiel Dinge, die ich nicht brauche, die mir aber lieb sind, kein Ballast. Für Dinge, die wir lieben, können wir mehr Aufwand erbringen, weil wir es gerne tun und wir auf irgendeiner Ebene etwas zurückbekommen. Man kann sich schon denken, dass all dies natürlich nicht nur für Gegenstände gilt. Alles, was wir nach diesen Regeln als Ballast einstufen, müsste also in Ordnung gebracht, oder eben entsorgt werden.
Hierbei gibt es dann verschiedene Herangehensweisen. Ich selbst bin ein großer Anhänger der Radikalentrümpelung: Alles an einem, maximal zwei Tagen auf den Kopf stellen, jedes Ding anschauen und am Ende alles wieder ordentlich hinräumen, aber nur mit den Dingen, die ich wirklich behalten will. Funktioniert super, das Gefühl hinterher ist toll, ist aber sehr anstrengend und man benötigt eine Menge Zeit.
Mit einer anderen Variante freunde ich mich derzeit an. An jedem Tag versuche ich ein Stück Ballast loszuwerden. Täglich eins. Das kann ein herumliegendes Stück Papier sein, aber auch ein ganzes Möbelstück, dass ehrlich gesagt nur im Weg rumsteht. Zusätzlich entsorge ich zwei Sachen, für alles, was ich an Neuem anschleppe. Wahrscheinlich eher unbewusst habe ich das bei Kleidung schon immer so gemacht. Für jedes neue T-shirt hab ich so ein bis zwei alte eigentlich nicht mehr angezogen und dann auch irgendwann entsorgt. Diese Methode eignet sich hervorragend, wenn man bis zum Hals in Kram steckt und man das Gefühl hat, den Überblick verloren zu haben. Wenn man einfach nicht weiß, wo man anfangen soll. Kleine Schritte, jeden Tag eine Sache entsorgen, in Ordnung bringen, reparieren. Nach und nach lichtet sich der Dschungel. Auch gut, wenn
man keinen kompletten Tag in die Entrümpelung investieren kann, so wie ich gerade.
Übrigens schreibe ich diesen Text gerade an einem wunderschönen See. Ich liebe mein neues Netbook! Wenn ihr jetzt denkt, ich hätte an einem See nichts besseres zu tun, dann habe ich zwei Ausreden: Das Wetter ist sehr mittelprächtig und ich bin lediglich zu früh zur Arbeit dran aufgrund meiner Erfolge als Anhalterin. Danke an die beiden Autofahrer, die sogar Umwege für mich gefahren sind.

Vorbereitungen – Preparations…

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Der Grund, aus dem ich lange nichts mehr geschrieben habe, ist nicht etwa fehlender Arbeitseinsatz, sondern eher der, dass ich mit den Vorbereitungen auf die große Reise recht gut beschäftigt bin. Vor allem mit Geld verdienen. Aber auch mit einer sehr schönen, wichtigen und befreienden Sache: dem Abwerfen von Ballast im großen Stil. Ich verkaufe Klamotten im Second-Hand-Laden. Wie viel Kleidung nimmt man mit auf eine 6-monatige Reise? Sachen für eine Woche, vielleicht zwei. Mehr passt sowieso nicht in den Rucksack. Alles, was mir darüber hinaus nicht besonders lieb und teuer ist, fliegt raus. Ich mache mein Eigentum so flüssig wie möglich. Alle DVDs außer den überragend tollen (so wie Doctor Who zum Beispiel) werden verkauft. Selbst ein paar Bücher werden wohl dran glauben müssen. Nicht nur verreisen werde ich mit leichtem Gepäck, sondern auch das, was hier für ein halbes Jahr irgendwo überwintern muss, sollte nicht die Lagerungskapazitäten meiner Lieben sprengen. Also mache ich eine radikale Inventur. Alles in kleinen Schritten, versteht sich. Morgen schreibe ich, warum das etwas mit Daoismus und Chinesischer Medizin zu tun hat.

The reason why you haven’t heard from me in a while is certainly not a lack of enthusiasm, but rather the fact that I’m quite busy with the preparations for the big journey. Especially with earning some money. But also with a very great, important and liberating thing: getting rid of clutter on a grand scale. I sell my clothes in a second hand shop. How many clothes do you take on a 6-month-journey? Enough for one week, maybe two. More clothes would not make any sense and wouldn’t fit into the backpack either. Everything that I’m not taking and is not very dear to me is going away. I really have to make things fluid (I have no idea if this expression exists in english, but in german it’s an interesting way of saying „to turn things into money“). All the DVDs except for the really outstanding ones (like Doctor Who, for example) are being sold as well. Even a few books might have to go. Not only do I want to travel light, but also the stuff that has to winter here shouldn’t exhaust the capacities of my loved ones (I really don’t have that much stuff, I just like getting rid of things).
Tomorrow I’m gonna explain why this has something to do with Daoism and Chinese Medicine.

Die Thammavong Schule

Grundsätzlich möchte ich meinen Blog ja frei von Werbung halten, aber gute Orte möchte ich euch ja schon empfehlen. Deswegen möchte ich an dieser Stelle mal anmerken, dass die Website der Thammavong Schule für Klassische Chinesische Medizin, Kung Fu und Qigong nun in völlig überarbeiteter Form der Öffentlichkeit zugänglich ist. Schaut doch mal vorbei, wenn ihr Lust habt.

 

As a rule I would like to keep my blog free of advertisement. Still I want to recommend good places to you. That’s why I want to use this opportunity to introduce to you the very new and in style website of the Thammavong School for Classical Chinese Medicine, Kung Fu and Qigong. Check it out if you are interested. Unfortunately, the website is currently only available in German. There are a lot of pictures, though…:-)

Rothenburg #3 – Jeffrey Yuen

Der Referent, der mich auf dem TCM Kongress in Rothenburg wohl am meisten beeindruckt hat, war Dr. Jeffrey Yuen. Sowohl seine fachliche Herangehensweise, als auch seine Art, vorzutragen, hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte sogar die Gelegenheit, mich kurz mit ihm zu unterhalten und mir eine Akupunkteurin in San José, Kalifornien empfehlen zu lassen, die ich im Zuge meiner Reise in die USA sicherich kontaktieren werde.

The lecturer that probably impressed me the most at the Rothenburg Congress was Dr. Jeffrey Yuen. I enjoyed both his professional way of thinking and the way he held his speech. I even had the chance to talk to him briefly and he recommended a practitioner in San José that I will definitely check out in regard of my trip to the US.

Dr. Jeffrey Yuen, source: http://www.daoisttraditions.com

Zuerst hörte ich einen kurzen Vortrag von Dr. Yuen auf dem Plenum am Samstag vormittag zum Thema „Vergessene Traditionen und Modalitäten in der Chinesischen Medizin“. Er sprach sehr eindrucksvoll über die verschiedenen Arten der TCM-Lehre, nämlich erstens dem Lernen in einem akademischen Umfeld, was ja in Europa vorwiegend so gestaltet ist, zweitens dem Lernen in einem privateren Umfeld mit einem tatsächlichen Mentor-Schüler Verhältnis und drittens der geheimen Weitergabe des Wissens mit einem Meister-Schüler-Verhältnis, bei dem der Schüler tatsächlich Einblick hat in die Lebensweise des Meisters und evtl. sogar mit ihm zusammen lebt. Ich hatte bzw. habe ja das Glück, meine Ausbildung wie in der zweiten Variante genannt zu genießen und war sehr glücklich über die Aussage Dr. Yuens, dass es ein großes Missverständnis sei, die TCM als ein einheitliches Konzept zu betrachten. Er betonte die vielen individuellen Arten des Verständnisses und der Anwendung der CM und die Wichtigkeit der beständigen Horizonterweiterung durch die Beschäftigung mit anderen Herangehensweisen.

I first heard a short speech by Dr. Yuen at the plenary on Saturday morning. He was talking about „Forgotten Traditions and Modalities in Chinese Medicine“ and presented the different ways of studying the science that is Chinese Medicine. First, there is of course the academic environment, which represents the common way to study in Western Europe. Then there is the personal relationship between one or a couple of students and a teacher in form of a mentorship. And then there is of course the secret way of passing on knowledge from a master to a student, where the student (traditionally) lives together with the master and mirrors certain aspects of his lifestyle.
Since I was lucky enough to complete my education in the second way, I was very happy that he said that the thought of a standardized Chinese Medicine is a big misunderstanding, that it could never be standardized for there are too many individual ways of understanding and also practicing Chinese Medicine. He recommended everyone to look beyond these standardized ways of studying to grasp the immense volume and intensity that Chinese Medicine can have
(this also really backed me up in my plans to travel the US and visit other schools and practitioners just to get a broader view).

Sein eigentlicher Vortrag war dann zum Thema Depressionen, einem der Hauptthemen des Kongresses und hat mich auch nochmal zur Beschäftigung mit dem Thema angeregt. Interessant fand ich die Erklärung über die Schriftzeichen: Das Schriftzeichen für „Emotion“ setzt sich zusammen aus den Zeichen für „Herz“ und „zu reinigen“. Eine Depression ist demnach die Krankheit der Person, die nicht in der Lage ist, ihr Herz durch die Emotionen zu reinigen.

Emotion, Source: http://www.chinalink.de

His actual lecture on Saturday afternoon was about depression from the viewpoint of Chinese Medicine and was also very inspiring. He explained the Chinese character for „emotion“ that interestingly consists of the character „heart“ and „to cleanse“ or „to purify“. Emotional activity is the process of cleansing the heart through that emotion. A depression is therefore the disease of a person that is not able to cleanse the heart through the emotions, they „get stuck“ and cannot transform properly.

Auf dieser Grundlage handelte der Vortrag dann von der Diagnose der unterschiedlichen Arten der Depression und ihrer Behandlung auf verschiedenen Ebenen. Erwähnenswert vielleicht der Aspekt der Erde-(Milz)-Tonisierung, die immer angebracht zu sein scheint, da sämtliche emotionale Aktivität ja auf eine Art ein Transformationsprozess ist und damit zum Teil von Erde kontrolliert wird. Noch viele weitere Inhalte seines Vortrages fand ich sehr faszinierend, sprengen aber absolut den Rahmen dieses Blogs.

He also discussed diagnosis of the different kinds of emotions, different stages and different levels and introduced the correct treatment modalities for certain cases. His approaches to emotional problems were very interesting and his explanations very imaginative, but this absolutely is too much to write about for this humble blog. One mentionable aspect maybe was the fact that you almost always have to support the earth-(spleen)-transformation when treating depression, since emotional activity is nothing more the transformation of input on another level than digestion.

Jeffrey Yuen ist auf jeden Fall jemand, dem ich gerne noch einmal wieder begegnen möchte. Vielleicht nächstes Jahr in Rotheburg. Das soll nun auch erstmal genug gewesen sein zum Thema TCM-Kongress.

I really hope that I will have the chance to hear another lecture of him, maybe next year in Rothenburg. But this article is supposed to be the last one about the congress.

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