Chow Qigong Training Event in Minnesota

Ich liebe es, mit dem Zug zu reisen. Man hat eine Menge Zeit, zu lesen, seine Gedanken zu ordnen, aus dem Fenster zu schauen und Blog Artikel zu schreiben. Es gibt eine Menge Geschichten zu erzählen, eine daoistische Konferenz in Oakland, ein wunderbarer Tai Chi Kurs mit Dr. Alex Feng, ein daoistischer Meister, von dem ich gerne mehr lernen würde, ein paar Kurse am College für Chinesische Medizin. Doch ich werde mit den jüngsten Ereignissen beginnen und dann auf mehr Zugfahrten hoffen, um diese ganzen Lücken in der Geschichte zu füllen.
Ich habe die letzten zwei Wochen in und um die Twin Cities (Zwilligsstädte) Minneapolis und St. Paul im Staate Minnesota verbracht. Anlass dieser langen Reise dorthin (insgesamt über 40h mit dem zug) war ein Einführungsprogram in Chow Qigong, das Dr. Chow dort vom 4. bis zum 6. November abgehalten hat. So ziemlich das erste, was sie mir angeboten hat, war, mit ihr nach Minnesota zu kommen und ich habe sehr gezögert, weil ich mich nicht in der Lage sah, Transport und Unterkunft zu bezahlen. Da sieh aber nicht locker ließ, entschied ich mich kreativ zu werden, den Zug zu nehmen, in Portland einen Zwischenstopp zu machen, auf gleichem Wege so viel vom Land zu sehen, wie nur möglich. Das Problem der Unterkunft löste sich ohne großen Aufwand durch die beeindruckende Gastfreundschaft der Minnesotaer (???), die mir bis zu diesem Moment das Herz wärmt. Nach zwei Wochen Gast sein in 4 verschiedenen Häusern habe ich fast das Gefühl, ein Stück Familie hinter mir zu lassen.

Pfeil und Bogen Übung, Dr. Chow, ich und Maria Blodek aus Miami; Foto: Joseph Welch

Meine Aufgabe war es, die Qigong-Übungen zu unterrichten, während Dr. Chow die Theorie vermittelte, Meditation anleitete und Beschwerden der Teilnehmer auf der Bühne erleichterte. Unterstützung bekam ich dabei von Maria, einer Schülerin von Dr. Chow aus Miami, Florida, die mich ebenfalls zu sich eingeladen hat. Hoffen wir, das meine Reise mich noch in den warmen Süden bringen wird.

Diagonale Streckung; Foto: Joseph Welch

Die Qigong-Übungen zu unterrichten war mir eine große Freude und ich habe wiedermal gemerkt, dass ich mich in dieser Arbeit sehr wohl fühle. Ich wurde begeistert aufgenommen und habe viel Lob erhalten. Insgesamt war das Seminar eine sehr positive Erfahrung. Auch ist es sehr interessant, die Übungen aus Dr. Chows Perspektive zu lernen, einige Aspekte werde ich sicher mit einarbeiten in mein Qigong, andere Aspekte gefallen mir besser so, wie ich sie ursprünglich an der Thammavong Schule gelernt hatte. Am Montag nach dem Seminar hatte ich die Gelegenheit, den ganzen Tag Konsultationen mit Dr. Chow beizuwohnen. Eine sehr interessante Erfahrung, jedoch auch sehr komplex und besser persönlich zu erzählen.


Nachdem Seminar war mir noch nicht danach, die Stadt wieder zu verlassen, aber ich hatte keine Bleibe und kein wirkliches Ziel in der Stadt und da kam eine email der Organisatorin Mary Zelmer wie gerufen: die „Qigong Connection“, die Vereinigung von Qigong-Praktizierenden in Minnesota, die hauptsächlich für das Seminar verantwortlich war, wollte einen Übungskurs mit mir organisieren, um die doch in ziemlich raschem Tempo gelernten Übungen zu wiederholen. Dieser Kurs sollte am 15. November stattfinden und somit hatte ich noch eine ganze Woche in der Gegend. Ein Mitglied der Qigong Connection war wieder einmal mehr als bereit, mich bei sich zu Hause aufzunehmen und ich hatte ein wunderbare Zeit mit Teresas Familie und vermisse sie jetzt schon sehr. So habe ich ein bisschen mitgeholfen in dem kleinen Waldorfkindergarten, den Teresa bei sich im Haus ein paar Tage die Woche unterhält und habe auch dabei sehr viel gelernt. Wie ein roter Faden zieht sich die Erkenntnis durch meine Reise, dass alles, was ich irgendwie lerne, sich in meine Arbeit und mein Verständnis von Daoismus einarbeiten lässt. Wahrscheinlich, weil diese Art von Beruf so eng mit der ausübenden Person zusammenhängt ist jedes charakterformende Erlebnis auch für die Arbeit von Bedeutung.
Für mich war es eine große Ehre, diesen zweiten Kurs alleine zu leiten, Dr. Chow war ja schon zurück in San Francisco. Es gab keine Reservierungen für den Kurs, und so waren wir ein bisschen unsicher, wie er aussehen würde. Am Ende kamen 30 Leute, genau die richtige Zahl für den Raum, sehr voll, aber nicht zu voll! Alle waren sehr dankbar für die Gelegenheit, die Übungen nochmal durchzusprechen und ich war sehr dankbar für die Gelegenheit, sie etwas mehr so zu unterrichten, wie ich sie normalerweise unterrichten würde. Mary hat dann noch einmal betohnt, dass ich mich jetzt „International Teacher“ nennen darf, womit sie wohl ein bisschen recht hat…:) So hatte ich auch nochmal die Gelegenheit, viele Leute von dem Seminar noch einmal zu sehen und michzu verabschieden.
Gerade bin ich auf dem Weg nach New York (mit gerade meine ich den Moment in dem ich dies schreibe. Es gibt kein Internet im Zug, also sind die Zeitangaben in diesem Artikel etwas verzögert). Bin mal gespannt, was das so bringt. Zum Anfang Dezember möchte ich gerne wieder in San Francisco sein. Trotz allem werde ich wohl nicht weiter mit Dr. Chow zusammen arbeiten. So dankbar ich auch für diese Erfahrung bin, es gibt noch viel zu entdecken und viele Menschen in der Gegend, von denen ich gerne lernen würde.

Gute Aussichten – Great chances

[english version below]

Ich bin nun seit genau einer Woche hier und hätte mir noch vor ein paar Tagen nie träumen lassen, wie schnell die Dinge jetzt gerade ins Rollen kommen. Dr. Chow hat sich bereit erklärt, meine Übungen zu kontrollieren und zu verbessern und mir außerdem dabei zu helfen, Kontakte in der Region zu knüpfen. Diese Chance ist für mich so riesig, dass ich sie noch gar nicht fassen kann und wohl noch eine Weile darüber komtemplieren muss.

Schon jetzt habe ich unheimlich viel von ihr gelernt, vor allem darüber, wie viel es noch an Erfahrung zu gewinnen gilt. Auch die Verbesserung meiner Übungen war und ist ganz beträchtlich. Nur minimale Korrekturen wirken sich immens auf die Intensität der Übungen aus. Morgen treffe ich sie wieder und das Üben geht weiter.

Derweil habe ich einen Feldenkrais-Kurs besucht, über den ich natürlich auch berichten werde. Allerdings brauche ich dafür erst ein bisschen Zeit, um das Gelernte zu verarbeiten und ein bisschen zu recherchieren.

Dr. Effie Poy Yew Chow

I’m here for one week now and would never have dreamed even a couple of days ago, how quickly things would unfold around here. Dr. Chow was so nice to agree to check and correct my exercises and even help me to connect with people around the area. This is such a huge chance for me, that I don’t even realize the extent of it and might have to contemplate about it for a little while.

Already now I have learned a lot form her, especially about the massive amount of experience that I still have to gain. The correction of my exercises had and still has a remarkable effect. The tiniest details have an amazing impact on the intensity of the exercises. Tomorrow I will meet her again and the practicing continues on.

Meanwhile, I have taken part in a Feldenkrais class as well, which was really interesting. I want to write about it further of course, but I still have to find the time to organize the stuff I learned and to do some research.

Was für eine Überraschung – What a surprise

Als ich gestern meinen ersten Qigong-Kurs in SF besuchte, fügte sich für einen kleinen Moment alles sehr schicksalhaft ineinander. In einem ziemlich coolen Sportgeschäft namens Sports Basement hatte ich einen kostenlosen Qigongkurs ausfindig gemacht. Der Raum wurde, wie ich später herausfand, von der Firma gesponsert, weshalb keine Kosten für die Teilnehmer entstehen (der jeweilige Leiter des Kurses ist ebenfalls freiwillig am Start) – nett, oder?

Ich hatte den Kurs auf der Website einer Qigong-Meisterin entdeckt, von der auch mein Lehrer lange Zeit gelernt hatte, Dr. Chow, sprich es handelte sich hier um den gleichen Stil, der auch in meiner Ausbildung behandelt wurde. In der Kursbeschreibung war nur aufgeführt, dass der Kurs von einer Schülerin geleitet werden würde. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde, bei der ich gerade in kurzen Zügen den Zweck meiner Reise erklärt hatte, kam dann auch schon die Meisterin persönlich in den Raum spaziert. Die Aufregung war natürlich groß, denn ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, sie dort anzutreffen und die anderen Kursteilnehmer begriffen ziemlich schnell die Außerordentlichkeit dieser Situation. Ich wurde sofort sehr herzlich begrüßt und prompt zum Abendessen eingeladen. Morgen habe ich höchstpersönlich einen Termin bei ihr zwecks der Qualitätskontrolle meiner Übungen… bin ein bisschen aufgeregt und nehme dies mal als ein Zeichen dafür, dass diese Unternehmung vielleicht doch keine ganz schlechte Idee war…

 

When I attended my first Qigong-class in SF yesterday some of the many loose ends started to connect fatefully. I found a free class in a pretty cool sporting-goods retailer called Sports Basement. As I found out later the room was actually sponsored by that firm and the class instructor was doing her job as a volunteer – nice, isn’t it?

I found this class on the website of a qigong grandmaster who my teacher was learning with for some time, Dr. Chow, which means that it included the same style of qigong that I learned, as well. In the class description online it only said that it was lead by a student of hers. As soon as I finished introducing myself and my journey shortly, the master herself walked into the room. There was a lot of excitement and the other participants realized the greatness of that moment pretty quickly. I was welcomed very heartily and promptly invited for dinner. Tomorrow I have an appointment with her, she wants to check the quality of my exercises… I’m a little excited and take this as a sign that this venture might not have been such a bad idea after all…

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