Der Wert eines Kochbuchs

Nach der Kräuterwanderung habe ich dann noch auf einem Stadtfest in Berkeley dieses wunderbare Buch für $1 erstanden:

Schon seit längerer Zeit bin ich immer auf der Suche nach einem guten, d.h. authentischen chinesischen Kochbuch. Zum einen, weil ich chinesisches Essen liebe und zum anderen, weil ich glaube, dass es eine der bekömmlichsten Arten zu kochen ist. Konsequenterweise, schließlich entspringt die chinesische Kochkunst ja demselben Hintergrund wie die Chinesische Medizin – ich brauche glaube ich nicht mehr hinzuzufügen, dass Ernährung und damit auch die Art und Weise des Kochens einen großen Teil der CM ausmacht.

Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass man aus einem authentischen chinesischen Kochbuch eine Menge über die medizinischen Aspekte des Kochens lernen kann! Oder anders gesagt, über die volkstümliche praktische Anwendung der chinesischen Medizin! Voraussetzung hierfür ist es natürlich, dass es neben den bloßen Rezepten einige Informationen zur Art und Weise des Kochens, Essensgewohnheiten, Zubereitungsmethoden und Anwendungsmöglichkeiten liefert.

"Reissuppe ist sättigend, nährend und leicht zu verdauen. Es ist ein exzellentes Nahrungsmittel für Kranke und jene mit Magenproblemen. Ist sie für Kranke gedacht, lass alles Fleisch weg, um die Suppe neutral und fettfrei zu halten." - Kommt das irgendwem bekannt vor? ;)

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Kräuterwanderung – Herbwalk

[english version below]

Herbwalk in the beautiful meadows of my home.

Durch meine Teilnahme an einem einjährigen Kurs zum Thema regionale Heilkräuter aus der Sicht der Chinesischen Medizin hatte ich gestern die große Freude an einer geführten Kräuterwanderung teilnehmen zu können. In der letzten Zeit hat sich bei mir ein deutliches Interesse herauskristallisiert, nicht nur für die professionelle medizinische Anwendung von Nahrungsmitteln und Heilkräutern, sondern vor allem auch für deren Nutzen im Alltag, d.h. bezüglich Hausapotheke, der therapeutischen Wirkung verschiedener Nahrungsmittel und Erste Hilfe oder Notfallmethoden. Somit hat dann auch zum Beispiel dieses Buch auf dem Rothenburg Kongress sofort meine Aufmerksamkeit erregt und ohne lange zu fackeln den Weg in meinen Bücherschrank gefunden. Es geht im Grunde um die einfache und sichere Verwendung klassischer chinesischer Kräuter aber auch in jedem Haushalt zu findender Lebensmittel für den Hausgebrauch bei den unterschiedlichsten Beschwerden. Ich finde, das ist erstens exzellent zum studieren der Kräuter geeignet, da die angegebenen Dosen und Kombinationen bei halbwegs korrekter Musteridentifikation relativ ungefährlich sein dürften (trotzdem wahrscheinlich nicht zu unterschätzen!) und gehört zweitens zu der Art von Wissen, die auf keinen Fall verloren gehen darf. Über meine Erfahrungen damit werde ich sicherlich berichten. Wer Buchtips oder anderweitige Hinweise in der Richtung für mich hat, immer nur her damit.

Bei unserer Wanderung in meiner schönen Heimat war ich als Kräuterneuling auf jeden Fall sehr überrascht, welche unheimliche Vielfalt an nützlichen Kräutern so auf dem gemeinen Weg- und Wiesenrand wächst. Ich kann es kaum erwarten, mich immer weiter in dieses Thema zu stürzen und dieses Potenzial irgendwann kreativ für mich nutzen zu können. Besonders angesichts unserer heutigen pharmakologischen Situation ist es für mich, auch wenn das etwas übertrieben klingen mag, eine Sache des Überlebens, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen, gewährt es doch eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber möglicherweise voreiliger und evtl. unangemesser Medikation seitens der Schulmedizin (im wohl betonten Gegensatz zur rechtzeitigen und angemessenen Medikation, die ich hier keinesfalls verteufeln möchte).

In the course of my participation in a herb class focused on regional european herbs from the viewpoint of chinese medicine, it was my greatest pleasure to take part in a guided herb walk yesterday. During the last couple of month my interest not only in the professional medical application of herbs has increased, but also and especially their possibilities of usage in daily life, as in simple home remedies for all kinds of ailments, the therapeutical effect of foods, or first aid or emergency methods.

That’s why this book immediately caught my attention at the Rothenburg and soon found its way onto my bookshelf at home. Basically it is about the safe and simple application of classical chinese herbs and even foods you find in every household using very simple combinations. I think this is excellent for studying herbs since the combination and dosages should be, a reasonably correct pattern discrimination provided, not that dangerous or even toxic (although I also think you should never underestimate a herb that you don’t know). Secondly in my opinion this belongs to the kind of knowledge that has to be preserved and developed. I will propably keep you informend about my experiments with these recipes. If you have any book recommendations or other advice regarding this matter, please share!

During our herbwalk in my beautiful home I as a herb-newbie was kind of surprised what enourmous variety of useful stuff is growing right at the most common waysides and meadows. I really can’t wait to dig into this topic and someday to be able to use this potential in a creative way. Especially facing our pharmacological situation today for me, although this might sound exaggarated, learning these things is a matter of survival. What you get is some kind of independence of possibly overhasty and inappropriate western medication (as opposed to well-timed and appropriate western medication of course that I really don’t want to demonize).

English Flapjacks

Nach den ganzen Artikeln über Rothenburg hier nun mal das versprochene Flapjack-Rezept. Aufgrund meiner zuvor schon erwähnten Ernährungsumstellung habe ich ja wie gesagt verschiedene Süßigkeiten-Rezepte ausprobiert, um trotz des Verzichts auf Raffinadezucker etwas Süßes essen zu können. Hier findet ihr die Texte über die verschiedenen Alternativen zum normalen Zucker.
Flapjacks sind eine tolle Idee. Sie schädigen die Erde nicht, weil man sie mit Sirup und braunem Zucker backen kann und man kein Weizenmehl benötigt, welches in seinem heutigen überzüchteten Zustand von unserer Verdauung nur schwer zu verarbeiten ist. Dazu aber später eventuell mehr.
Ich habe dieses Rezept hier verwendet, es gibt aber viele verschiedene und ich bin sicher, dass die alle irgendwie funktionieren (Quelle: http://www.chefkoch.de):

– 225 g Haferflocken

– 85 g brauner Zucker

– 150 g Butter

– 20 g Zuckerrübensirup

Dann einfach die Haferflocken mit dem Zucker mischen. Die Butter in einem Topf schmelzen lassen und den Sirup dazugeben. Dies dann über die Haferflocken gießen, alles gut durchrühren und in einer Backform, am besten mit Backpapier gut andrücken. In den Ofen damit und backen, bis die Butter schön geschmolzen ist und das alles goldbraun aussieht. In noch warmem Zustand in Stücke schneiden und abkühlen lassen.

Man kann alles an Nüssen, Trockenfrüchte, Samen etc. hinzufügen, was einem so einfällt. Mir selbst schmecken sie am besten pur oder mit ein paar Sesamsamen hineingemischt.
Achtet darauf, beim Sirup wirklich echten Zuckerrübensirup zu verwenden und keinen Invertzuckersirup, denn bei dem handelt es sich nur um wieder zurückkaramellisierten Raffinadezucker (steht auf der Verpackung drauf). Und was den Zucker angeht, versucht, den klebrigsten Vollrohrzucker zu nehmen, den ihr finden könnt (keinen Rohrohrzucker!). Im Reformhaus oder Bioladen gibt es verschiedene Varianten, den superklebrigen Melassezucker
gibt es bei uns in Deutschland nicht, zumindest nicht, dass ich wüsste.
Diese Haferkekse sind ein super Snack-Rezept und eignen sich perfekt für zwischendurch. Wir empfehlen sie oft Klienten, die nach einer verträglichen Zwischenmahlzeit für die Arbeit suchen.
Sie sind auch meiner Meinung nach kein Pseudo-Süßigkeiten-Ersatz sondern schmecken wirklich sehr lecker und solange ich immer ein paar davon vorrätig habe, hält sich der Heißhunger auf Ultrasüßes echt in Grenzen.
Ich selbst hatte immer ein bisschen Angst vor dem Backen aufgrund früherer Misserfolge, aber das hier ist wirklich kinderleicht und schnell gemacht, so dass ich mich mittlerweile sogar wieder an Kekse herangetraut habe…
Lasst es euch schmecken!

English flapjacks

After all these articles about Rothenburg now the promised flapjack-recipe (not pancakes!!). Because of my change in diet I mentioned before I experimented with some sweet recipes, to be able to eat something sweet even if avoiding white refined sugar. These are the articles about the different kinds of sugar and the alternatives.

English flapjacks are a great idea. They don’t harm the earth because you can bake them with syrup and dark brown soft sugar and you don’t need any wheat flour, which is hard to digest because it changed so much in its molecular structure over the centuries due to overbreeding. But we’ll talk about that later.
I used this recipe, but there are many more and I’m sure they all work somehow (source: http://www.chefkoch.de):

– 225 g oatmeal
– 85 g dark brown soft sugar
– 150 g butter
– 20 g sugar beet molasses

Now just mix the oatmeal and the sugar. Melt the butter in a pot and add the molasses. Pour it over the oatmeal and mix well. Now just press into a baking pan, it works best using baking parchment, and bake until all the butter is molten and everything has a nice goldbrown colour. Remove from the oven, let it cool a little and cut to pieces while still warm.

You can add anything you can think of that is somehow nut-like, seed-like or dried fruits. Pure is how I like them best, or with some added sesame seeds.
Be careful to use real syrup or even molasses, no inverted sugar! And try to use the real dark brown soft sugar because it is the least refined kind. I have to explain all this, because in Germany you don’t have this kind of sugar in a normal grocery store. I think in the states or on England you can find it more easily and its usage is more common.
These oatmeal snacks are an excellent recipe for the small meals during the day and we often recommend them to clients who are looking for a snack for the breaks at work that is mild and easy to digest. Also, in my opinion they are not like a pseudo-sweet-substitute, but they are really tasty and as long as I have some of them in the house I can keep the exaggerated hunger for sweet stuff at bay.
I have always been a little afraid of baking because of some former discouraging experiences, but this is really easy and quickly made and after a while even I was confident enough to try some real cookies…
Enjoy your flapjacks!

Zucker #2 – Sugar #2

[english version below]

Vollrohrzucker - Whole cane sugar

Erst einmal – eine moderate Menge an weißem Zucker lässt sich wohl überhaupt nicht vermeiden. Zumindest nicht auf eine Art und Weise, die den Aufwand lohnen würde. Eine moderate Menge an weißem Zucker schadet wahrscheinlich auch niemandem. Nur: Was man als moderat bezeichnen kann, ist individuell verschieden. Für jede Sache gilt – „allein die Dosis macht das Gift.“ Seit ungefähr einem halben Jahr wird mir nach dem Genuss von Süßigkeiten übel, besonders auf leeren Magen. Mein Erde – Qi ist so geschwächt, dass es mit dieser Art von Belastung nicht umgehen kann. Dazu kommt eine gewisse Anspannungsebene, die zusammen mit der Hitze durch den Zucker und meiner Transformationsschwäche eine schöne Stagnation in meinem „Mittleren Erwärmer“ (Kraft der Verdauung) ergibt. Auch die allgemeine Stoffzusammensetzung in den konventionellen Süßwaren wird ihr übriges dazutun (Geschmacksverstärker, Farbstoffe, usw. usw.).

Viele andere Faktoren außer Zucker (Klimazone, Jahreszeit, Tätigkeit, Konstitution) spielen eine wichtige Rolle! Das Überdenken des Zuckerkonsums ist jedoch ein guter Anfang für eine bewusste Ernährung.

Ein paar „Grundregeln“ zum Thema Zucker:

1. Versuche, alternative Süßungsvarianten in deinen Essensplan zu integrieren: Honig, Agavendicksaft, Gerstenmalz und Rübensirup (kein Invertzuckersirup!) sind nur einige von vielen vielen Varianten.

2. Wenn schon Zucker, dann Vollrohrzucker! Dieser ist melassehaltig und somit etwas klebrig. Der Körper hat mehr zu verdauen und bekommt nicht die reine Zuckerbombe. Melassehaltigen Zucker gibt es in vielen Stufen, von leicht krümelig bis zu braun und klumpenförmig (siehe Bild). Schmeckt lecker, nicht zu süß und ein bisschen karamellig. Ist nur nicht so leicht zu bekommen in Deutschland.

3. Rohrohrzucker ist nichts anderes als raffinierter Rohrzucker.

4. Kandiszucker ist nichts weiter als karamellisierter Raffinadezucker und brauner Zucker ist meistens einfach nur mit etwas Sirup gefärbt.

5. Versuche, viele Süßigkeiten selbst herzustellen. So hast du die Kontrolle über deren Zuckergehalt (im nächsten Blog-Post gibt’s ein Rezept für leckere Flapjacks mit Vollrohrzucker und ein wenig Sirup).

6.Bitte keinen Süßstoff verwenden. Diese enthalten oft Aspartam (evtl. krebserregender Zusatzstoff).

7. Zuckrig-süßes eher nach dem Essen verzehren als davor. Dann hat die Verdauung schon gut zu tun und das bisschen Zucker tut nicht weh.

8. Obst schmeckt auch süß! Regionalität ist hier das Stichwort! Im Winter gibt’s Getrocknetes und Eingekochtes.

9. Nur meine Meinung: Vorsicht mit z.B. Stevia. Jedes Kraut hat eine Wirkung und um es zum reinen Süßen regelmäßig zu verwenden, wäre es mir zu unerforscht.

10. Halte Ausschau nach süßen Lebensmitteln, bei denen nicht in der Inhaltsstoffliste Zucker an erster Stelle steht (und die keine Süßungsmittel enthalten!).

11. Sei nicht zu streng mit dir. Frustration und Dogmatismus haben noch niemals jemandem geholfen und ein Stückchen Schokolade mit Freude wirkt sich über die emotionale Ebene positiv auf die Transformationskraft aus.

Hier sind die verschiedenen Zuckersorten auch nochmal genauer erklärt.

In den nächsten Tagen gibt es das Flapjack-Rezept! Ich esse jetzt zur Therapie seit einer Woche keine Süßigkeiten außer diesen Haferkeksen. Zusammen mit vielen gekochtem, kuppelförmigen Mahlzeiten (klimazonen- und jahreszeitengerecht!) tut sich so einiges und meine Übelkeit ist weg. Nun heißt es, die Verdauung wieder zu „trainieren“.

Bis demnächst…

First of all – it’s probably impossible to avoid white sugar completely. At least not in a way that would be generally satisfying. A moderate amount of white sugar probably doesn’t harm anyone, too. But the term „moderate“ means something else to every individual human being. People are different and the stuff they are able to deal with also differs from person to person. Since approximately 6 months eating sweets makes me nauseous (literally), especially on an empty stomach. My spleen-qi is deficient in a way so that it can’t cope with this kind of influence. In addition there is a certain level of tension which together with the heat from the sugar and my weak transformation creates a nice repletion of damp-heat in my „middle burner“ (digestive energy).

The combination of ingredients in conventional chocolate and other sweets only adds to this situation (colourants, flavour enhancers, etc. etc.).

Many other factors apart from sugar (klimazone, season, physical and mental activity, constitution) play an important role! Reconsidering the cosumption of sugar is still a good way to start being more aware of your nutrition.

Some „basic rules“ on sugar:

1. Try to integrate alternative ways to sweaten your meal: honey, agave syrup, barley malt and treacle are only a few of lots of possibilities.

2. If using sugar, try whole cane sugar. The molasses is not separated from the rest and it’s a little sticky. Your body has to make a little effort to digest it and thus doesn’t get a pure sugarbomb. There are many levels of molasses contained in different types of sugar, the truly unrefined one being dark brown soft sugar (see image). Maybe you’re wondering why I’m explaining this, but in Germany it’s quite a hassle to get it. In fact, the stuff in the picture I bought in England.

3. Raw cane sugar is nothing else than refined cane sugar.

4. Candied sugar is nothing else than caramelized refined sugar and brown sugar is often only white sugar coloured with syrup.

5. Try to make your own desserts, candy, cookies etc. Be creative. This way you are in control over the amount and quality of sugar you wanna use (next post will be a recipe for flapjacks from oat-flakes (the english kind) with raw cane sugar and a little syrup).

6. Please don’t use artificial sweeteners. These often contain aspartam (a possibly carcinogenic additive)

7. Enjoy the sweet stuff after a meal rather than before it. Your digestive system will be already very active and a little sugar won’t hurt.

8. Fruits are sweet, too! Keep it local, though.

9. In my humble opinion: Be careful with stuff like stevia. Every herb has certain properties and for a regular use just as a sweetener I would think there might not be enough long-term experience with it.

10. Choose sweet food in which sugar is not the main ingredient.

11. Nevertheless: Take it easy. Frustration and dogmatism are never helping and a nice piece of chocolate that you really enjoy has a positive effect on your transformation.

This blog post also explains some different kinds of sugar.
Within the next days I’ll post the Flapjack-Recipe. As a therapy I haven’t eaten any sweets for the last weeks except for these oatmeal-bars. Together with a lot of soup-like meals (regional and seasonal!) things are improving quickly and my nausea is gone. Now I have to „practice“ eating „normal“ again, without going back to old habits like eating tons of white sugar stuff.

See you soon…

Die geschwächte Erde und der Zucker – The deficient earth and the sugar

[english version below]

Bei einer geschwächten Verdauungskraft (in der Chinesischen Medizin Erde-Qi-Mangel oder auch Milz-Qi-Mangel genannt) macht es unter Umständen Sinn, den eigenen Zuckerkonsum zu überdenken. Ein Erde-Qi-Mangel zeigt sich zum Beispiel in Müdigkeit (besonders nach dem Essen), Völlegefühl nach dem Essen, Übelkeit, weichen Stühlen, Blähungen und einer geschwollenen Zunge evtl. mit Zahnabdrücken.

Süße Dinge, also auch Zucker, werden in der CM als tonisierend (kräftigend, stärkend) beschrieben. Grundsätzlich also eine gute Sache. Zu beachten ist hier, dass in der CM-Theorie nicht nur die wahrnehmbare Geschmacksrichtung gemeint ist, sondern die Wirkung, die ein Nahrungsmittel auf die Verdauungsfunktion und den gesamten Körper hat. Also: süß ≠ schmeckt süß, sondern süß = tonisierend. Daher sind auch Dinge als süß eingestuft, die nicht unbedingt süß schmecken, z.B. Hafer, Pastinaken oder Spinat. Diese Nahrungsmittel fördern die Umwandlung von Xue in Qi. Zu deutsch: Die versorgenden und nährenden Prozesse des Körpers werden angeregt und stellen damit mehr Kraft für die Körperfunktionen bereit, stimulieren also Vitalität (Qi)¹. Hier kann man schon schlussfolgern, dass für diesen Vorgang genug Versorgung (Xue), oder auch Reserven bereitgehalten werden müssen! Ansonsten wird der Körper durch die Qi-Tonisierung eher geschwächt.

Unser Raffinadezucker (weißer Kristallzucker) ist zum einen einfach extrem süß. Soviel Süße braucht eigentlich kein Mensch, um sein Qi zu tonisieren. Das kommt daher, dass über mehrere industrielle Schritte alle anderen Stoffe vom eigentlichen Zucker-Endergebnis getrennt werden (z.B. die Melasse – gar nicht so süß). Weißer Zucker ist also übermäßig süß und regt sehr stark die Umwandlung von Xue in Qi an. In Maßen wäre das zu verkraften. Wenn aber nicht genug Xue da ist, werden die Reserven dadurch erschöpft. Außerdem isst der normale Mensch der westlichen Welt riesige Mengen von diesem Zucker!

Dazu kommt, dass der Körper den Zucker in seiner Reinform präsentiert bekommt. Um die süße Wirkung der Pastinake zu entfalten, muss sie erst verdaut werden. Da es sich um ein komplettes Gemüse handelt, erhält der Mensch hierdurch wieder Nährung und Versorgung (Xue). Beim weißen Zucker ist dies nicht der Fall, da er im Grunde reduziert ist auf den reinen süßen Geschmack. Er gibt uns also Energie, ohne den Verbrauch dabei wieder aufzufüllen (ganz einfach gesagt!).

Bei einem gesunden Menschen schwächt maßloser Zuckerkonsum irgendwann die Verdauung. Man stelle sich vor, was bei einem Menschen mit schon geschwächter Verdauung passiert! Es wird immer weiter Vitalität bereitgestellt, die der Körper gar nicht mehr hat, was wiederum die Reserven immer weiter erschöpft, weil ja nichts aufgeholt wird. Außerdem wird der Körper von der Verdauung der „richtigen“ Nahrungsmittel abgelenkt, weil ja kurzfristig schon genug Energie da ist. Die Verdauung wird nicht kultiviert und damit nach und nach geschwächt. Dies passiert besonders, wenn man Süßes direkt vor der eigentlichen Mahlzeit zu sich nimmt.

Soviel zur Theorie. Es folgt so bald wie möglich ein Artikel zum Thema Alternativen, Maßhaltung und deren praktischer Umsetzung! Da ich mich zurzeit mit diesem Thema intensiv auseinandersetze, werde ich versuchen, regelmäßig Rezepte für selbstgemachte Süßigkeiten zu posten. Der Vorteil: man hat Kontrolle über die Menge und die Art des Zuckers, den man verwendet (und natürlich über alle anderen Inhaltsstoffe).

Bedenkt bitte, dass bei einem ernsthaften Verdauungsproblem diese Hinweise nicht ausreichen. Unter Umständen muss die gesamte Ernährungsweise umgestellt werden, die Zuckerfrage ist nur ein Aspekt von sehr sehr vielen. Diese Tips sind gedacht für Leute, die ihr allgemeines Wohlbefinden verbessern möchten, oder für jene, die bereits einen Arzt oder Heilpraktiker o.ä. bezüglich ihres Problems konsultiert haben. Das hier ist außerdem ein gutes Buch über Ernährung im Sinne der CM, gibts leider nur auf Englisch.

¹Vergesst nicht, dass die CM aus einem völlig anderen Wissenschaftansatz entstanden ist, als unsere Medizin. Es werden andere Begriffe verwendet, um völlig andere Zusammenhänge zu beschreiben. Es macht keinen Sinn, die Wissenschaftlichkeit der CM mit unserer Wissenschaft zu bewerten.

With a condition of weakened digestion (in terms of Chinese Medicine called earth-qi-deficiency or spleen-qi-deficiency), it might make sense to overthink one’s own consumption of sugar. You can recognize a spleen-qi-deficiency by the help of one or more of the following signs: tiredness (especially after a meal), fullness after eating, nausea, loose stools, bloating and a swollen tongue, maybe with teethmarks.

Sweet things, including sugar, are considered tonifying in CM-theory. So generally that’s a good thing. Keep in mind that this is not only about the actual taste of a certain food, but rather about the effect it has on digestive processes and the body in general. That means: sweet ≠ sweet tasting, but sweet = tonifying. That’s also why sometimes things are categorized as sweet although they don’t really taste sweet, for example oats, parsnips or spinach. These foods stimulate the generation of Qi through Xue. In english: the body’s nourishing processes are stimulated to provide more energy for the general bodily functions, i.e. vitality (Qi)². You can already tell that of course there has to be a good quality of Xue-supply in the first place, to maintain this process. If this isn’t the case, if the Xue is already weakened, the tonifying of Qi will exhaust the body even more.

First, our refined sugar is extremely sweet. Nobody needs that much sweetness to tonify their Qi. The reason for this is that in a couple of industrial steps all the other compounds are seperated from the sugar that most of us actually use (e.g. molasses – not that sweet). As a result, the body generates a lot of energy from his „resources“. In moderate amounts in a healthy person this would be okay. A weakened or sick person would burn up their own reserves and might create conditions of excessive heat in the body. And consider the massive amounts of refined sugar an average person consumes!

Also, we eat the isolated sugar. A parsnip, for example, has to be digested before its sweet effect is of any use for us. And because it’s a whole food, nourishment is engendered again (Xue). White sugar doesn’t do this because it’s pure sweet flavour. It stimulates energy without nourishing the body (in the same way, although not in the same extent, coffee and stimulant drugs do, by the way!) and therefore exhausting it (simply put!).

Furthermore, by eating too much sugar, the body gets distracted from digesting the „proper“ food because for the short term there is enough energy. Digestive processes are not cultivated in a good quality and therefore degenerate. This is especially the case, when you eat sweets directly prior to a meal.

So much for theory! I’m gonna try to keep the following posts a little shorter, thank you for reading all this. I’m gonna post the next article about alternatives, moderation and the practical realization. And because right now I’m dealing with this matter a lot, I’m gonna post some ideas for home made sweets, too. The benefit: you can control how much and what kind of sweeteners you want to use.

Please be reminded, that these tips are meant for healthy people who want to improve their general wellbeing or for people who have already consulted a doctor or healthcare practitioner or the like concerning their problem. In cases of serious indigestion a complete change of diet might be necessary and these advices might not be sufficient. Please note that the sugar issue is only one aspect of many many more.

This is a very good book about nutrition from the chinese point of view.

²Don’t forget, that CM has been developed from a completely different point of view than our western medicine. Different terms are used to describe different relations. It doesn’t make sense to evaluate this concept of science with our western criteria.

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Please note that I'm only beginning my career in Chinese Medicine. It is not my goal to be historically or scientifically exact, I just want to share my thoughts and process my experiences. If you find something worth a discussion I would love you to leave a comment and will probably benefit from it.