SF Botanical Garden

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Die Tage vergehen so rasend schnell, dass ich kaum Zeit habe zum Bloggen. Das gleiche gilt für emails schreiben und überhaupt jegliche Art von Organisation. Doch ich denke, dass ist in der Regel ein gutes Zeichen. Auch auf dem fachlichen Gebiet passiert so einiges, ich verliere langsam den Überblick über das, was ich schreiben will und ich glaube, ich muss mich damit abfinden, dass wohl nicht alles seinen Weg in diesen Blog finden wird.

Vor ein paar Tagen war ich im Botanischen Garten von San Francisco im Golden Gate Park. Eine wunderschöne Anlage mit unglaublicher Vielfalt, sortiert nach Kontinenten und Klimazonen, das Wetter war glücklicherweise perfekt und ich hatte die Chance, ein paar Exemplare der Chinesischen Materia Medica live und in Farbe zu sehen. Diese Erfahrung werde ich hoffentlich am nächsten Sonntag erweitern, wenn alles gut geht, werde ich an einer Kräuterwanderung durch einen chinesischen Kräutergarten in Berkely teilnehmen.

Das schönste an dem Tag war, ihn mit jemandem zu verbringen, der meine Begeisterung wirklich teilen konnte, wenn nicht sogar noch übertroffen hat..:-)

Zingiber officinalis

Prunella vulgaris

Time flies so fast that I don’t even get to blog. Same thing for answering emails and organization in general. Although I think that this might actually be a good thing! Even on the professional level a lot of things happen and I kind of loose track of what I want to write about. I think I might have to accept that not everything will find its way into this blog.

A few days ago I visited the SF Botanical Garden in Golden Gate Park. An amazing complex organized by continents and climate zones with a huge variety of plants, trees, herbs and flowers, the weather was perfect and I had the chance to see a few examples of the chinese Materia Medica live. I hope to expand this experience next Sunday, when I will probably take part in a herb walk through a chinese herbal garden in Berkeley.

The best thing about this trip though was the fast that I could spend it with someone who actually shared my excitement if not even beat it…:-)

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Gute Aussichten – Great chances

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Ich bin nun seit genau einer Woche hier und hätte mir noch vor ein paar Tagen nie träumen lassen, wie schnell die Dinge jetzt gerade ins Rollen kommen. Dr. Chow hat sich bereit erklärt, meine Übungen zu kontrollieren und zu verbessern und mir außerdem dabei zu helfen, Kontakte in der Region zu knüpfen. Diese Chance ist für mich so riesig, dass ich sie noch gar nicht fassen kann und wohl noch eine Weile darüber komtemplieren muss.

Schon jetzt habe ich unheimlich viel von ihr gelernt, vor allem darüber, wie viel es noch an Erfahrung zu gewinnen gilt. Auch die Verbesserung meiner Übungen war und ist ganz beträchtlich. Nur minimale Korrekturen wirken sich immens auf die Intensität der Übungen aus. Morgen treffe ich sie wieder und das Üben geht weiter.

Derweil habe ich einen Feldenkrais-Kurs besucht, über den ich natürlich auch berichten werde. Allerdings brauche ich dafür erst ein bisschen Zeit, um das Gelernte zu verarbeiten und ein bisschen zu recherchieren.

Dr. Effie Poy Yew Chow

I’m here for one week now and would never have dreamed even a couple of days ago, how quickly things would unfold around here. Dr. Chow was so nice to agree to check and correct my exercises and even help me to connect with people around the area. This is such a huge chance for me, that I don’t even realize the extent of it and might have to contemplate about it for a little while.

Already now I have learned a lot form her, especially about the massive amount of experience that I still have to gain. The correction of my exercises had and still has a remarkable effect. The tiniest details have an amazing impact on the intensity of the exercises. Tomorrow I will meet her again and the practicing continues on.

Meanwhile, I have taken part in a Feldenkrais class as well, which was really interesting. I want to write about it further of course, but I still have to find the time to organize the stuff I learned and to do some research.

Was für eine Überraschung – What a surprise

Als ich gestern meinen ersten Qigong-Kurs in SF besuchte, fügte sich für einen kleinen Moment alles sehr schicksalhaft ineinander. In einem ziemlich coolen Sportgeschäft namens Sports Basement hatte ich einen kostenlosen Qigongkurs ausfindig gemacht. Der Raum wurde, wie ich später herausfand, von der Firma gesponsert, weshalb keine Kosten für die Teilnehmer entstehen (der jeweilige Leiter des Kurses ist ebenfalls freiwillig am Start) – nett, oder?

Ich hatte den Kurs auf der Website einer Qigong-Meisterin entdeckt, von der auch mein Lehrer lange Zeit gelernt hatte, Dr. Chow, sprich es handelte sich hier um den gleichen Stil, der auch in meiner Ausbildung behandelt wurde. In der Kursbeschreibung war nur aufgeführt, dass der Kurs von einer Schülerin geleitet werden würde. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde, bei der ich gerade in kurzen Zügen den Zweck meiner Reise erklärt hatte, kam dann auch schon die Meisterin persönlich in den Raum spaziert. Die Aufregung war natürlich groß, denn ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, sie dort anzutreffen und die anderen Kursteilnehmer begriffen ziemlich schnell die Außerordentlichkeit dieser Situation. Ich wurde sofort sehr herzlich begrüßt und prompt zum Abendessen eingeladen. Morgen habe ich höchstpersönlich einen Termin bei ihr zwecks der Qualitätskontrolle meiner Übungen… bin ein bisschen aufgeregt und nehme dies mal als ein Zeichen dafür, dass diese Unternehmung vielleicht doch keine ganz schlechte Idee war…

 

When I attended my first Qigong-class in SF yesterday some of the many loose ends started to connect fatefully. I found a free class in a pretty cool sporting-goods retailer called Sports Basement. As I found out later the room was actually sponsored by that firm and the class instructor was doing her job as a volunteer – nice, isn’t it?

I found this class on the website of a qigong grandmaster who my teacher was learning with for some time, Dr. Chow, which means that it included the same style of qigong that I learned, as well. In the class description online it only said that it was lead by a student of hers. As soon as I finished introducing myself and my journey shortly, the master herself walked into the room. There was a lot of excitement and the other participants realized the greatness of that moment pretty quickly. I was welcomed very heartily and promptly invited for dinner. Tomorrow I have an appointment with her, she wants to check the quality of my exercises… I’m a little excited and take this as a sign that this venture might not have been such a bad idea after all…

San Francisco


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Nach einer mehr oder weniger unerfreulichen Einreise bin ich nun gut in San Francisco angekommen. Die selbstorganisierte Studienreise kann also losgehen. Nachdem es ein paar Probleme bei der Immigration gab aufgrund der nicht gerade perfekt durchorganisierten Natur dieses Aufenthalts, werde ich hoffentlich in den nächsten Tagen Gelegenheit haben, dies nachzuholen. Momentan habe ich den Kopf noch nicht frei, mich mit Chinesischer Medizin zu beschäftigen, da erstmal alles auf Orientierung und „Überleben“ ausgerichtet ist.

Meine erste Amtshandlung in die Richtung war jedoch ein Bummelgang im offiziellen Chinatown der Stadt, da sich mein Hostel direkt davor befand (ich habe gerade gelernt, dass es hier tatsächlich eine ganze Menge Chinatowns gibt.). Der Laden, der meine Aufmerksamkeit auf sich zog, war ein sehr schicker und professioneller Teeladen mit angeschlossener Apotheke für chinesische Kräuterrezepte. Ich wurde dann direkt zu einer Tasse Tee eingeladen und konnte die komplizierten Zubereitungsvorgänge bestaunen, die je nach Teesorte extrem variieren können. So lernte ich gleich etwas über „gong fu cha“, das Kung Fu des Tees. Denn bekannterweise beschränkt sich der Ausdruck Kung Fu ja nicht im Geringsten auf die verschiedenen Kampfkünste, sondern bedeutet ja übersetzt „beständiges Üben“ oder auch „rechte Anstrengung“ und kann sich auf jede beliebige Tätigkeit beziehen, solange sie eben mit einer gewissen Beständigkeit und einem gewissen Hintergrund betrieben wird.

Ich habe das Gefühl, dass dieses Erlebnis sehr bezeichnend für die gesamte Unternehmung sein wird, denn aus verschiedenen Gründen (vor allem finanzielle) wird ein Großteil der Erfahrungen, die ich hoffentlich machen werde, nicht im eigentlichen Sinne etwas mit meinem Fachgebiet zu tun haben. Aber das schöne am Daoismus und allem, was dazu gehört, ist ja, das jede, und zwar wirklich jede Erfahrung etwas beitragen kann zu einem besseren Verständnis. Zum Beispiel der Besuch in einem Teeladen.

 

After a some kind of unpleasant journey I arrived safely in San Francisco. The self-organized study trip is about to start. After a some kind of difficult immigration due to the vagueness of my specific goals in the states I hopefully now have the time to plan things. Right at the moment I’m not ready yet to deal with the Chinese Medicine stuff I want to do, because I’m quite focused on getting oriented and „surviving“.

My first action in this direction was a short bimble across the official Chinatown, since my hostel was located right in front of it (I only learned today that there are quite a lot of Chinatowns in this city).

The store that caught my attention was a very fancy and professional tea shop with an apothecary for chinese herbal formulas. In a matter of seconds I was invited to a cup of tea and was allowed to watch the difficult processes of preparation that vary astonishingly depending on the kind of tea. This way, on my first day in SF, I learned something about „gong fu cha“, the kung fu of tea. Because, as you probably know, the term „kung fu“ is not at all limited to the various kinds of martial arts, but actually means „consistent practice“ or „the right effort“. This can be applied to any kind of activity that is practiced with a certain effort and consistency and a certain background.

I had the feeling, that this experience will turn out to be very characteristic for this whole adventure, because for several reasons (financial, mostly) the experiences I’m hopefully gonna have will for the biggest part not have something to do with my profession. But the great and fascinating thing about Daoism is that everything that happens, absolutely everything can add something to a better understanding. For example stepping into a teashop.

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Please note that I'm only beginning my career in Chinese Medicine. It is not my goal to be historically or scientifically exact, I just want to share my thoughts and process my experiences. If you find something worth a discussion I would love you to leave a comment and will probably benefit from it.