Zucker #2 – Sugar #2

[english version below]

Vollrohrzucker - Whole cane sugar

Erst einmal – eine moderate Menge an weißem Zucker lässt sich wohl überhaupt nicht vermeiden. Zumindest nicht auf eine Art und Weise, die den Aufwand lohnen würde. Eine moderate Menge an weißem Zucker schadet wahrscheinlich auch niemandem. Nur: Was man als moderat bezeichnen kann, ist individuell verschieden. Für jede Sache gilt – „allein die Dosis macht das Gift.“ Seit ungefähr einem halben Jahr wird mir nach dem Genuss von Süßigkeiten übel, besonders auf leeren Magen. Mein Erde – Qi ist so geschwächt, dass es mit dieser Art von Belastung nicht umgehen kann. Dazu kommt eine gewisse Anspannungsebene, die zusammen mit der Hitze durch den Zucker und meiner Transformationsschwäche eine schöne Stagnation in meinem „Mittleren Erwärmer“ (Kraft der Verdauung) ergibt. Auch die allgemeine Stoffzusammensetzung in den konventionellen Süßwaren wird ihr übriges dazutun (Geschmacksverstärker, Farbstoffe, usw. usw.).

Viele andere Faktoren außer Zucker (Klimazone, Jahreszeit, Tätigkeit, Konstitution) spielen eine wichtige Rolle! Das Überdenken des Zuckerkonsums ist jedoch ein guter Anfang für eine bewusste Ernährung.

Ein paar „Grundregeln“ zum Thema Zucker:

1. Versuche, alternative Süßungsvarianten in deinen Essensplan zu integrieren: Honig, Agavendicksaft, Gerstenmalz und Rübensirup (kein Invertzuckersirup!) sind nur einige von vielen vielen Varianten.

2. Wenn schon Zucker, dann Vollrohrzucker! Dieser ist melassehaltig und somit etwas klebrig. Der Körper hat mehr zu verdauen und bekommt nicht die reine Zuckerbombe. Melassehaltigen Zucker gibt es in vielen Stufen, von leicht krümelig bis zu braun und klumpenförmig (siehe Bild). Schmeckt lecker, nicht zu süß und ein bisschen karamellig. Ist nur nicht so leicht zu bekommen in Deutschland.

3. Rohrohrzucker ist nichts anderes als raffinierter Rohrzucker.

4. Kandiszucker ist nichts weiter als karamellisierter Raffinadezucker und brauner Zucker ist meistens einfach nur mit etwas Sirup gefärbt.

5. Versuche, viele Süßigkeiten selbst herzustellen. So hast du die Kontrolle über deren Zuckergehalt (im nächsten Blog-Post gibt’s ein Rezept für leckere Flapjacks mit Vollrohrzucker und ein wenig Sirup).

6.Bitte keinen Süßstoff verwenden. Diese enthalten oft Aspartam (evtl. krebserregender Zusatzstoff).

7. Zuckrig-süßes eher nach dem Essen verzehren als davor. Dann hat die Verdauung schon gut zu tun und das bisschen Zucker tut nicht weh.

8. Obst schmeckt auch süß! Regionalität ist hier das Stichwort! Im Winter gibt’s Getrocknetes und Eingekochtes.

9. Nur meine Meinung: Vorsicht mit z.B. Stevia. Jedes Kraut hat eine Wirkung und um es zum reinen Süßen regelmäßig zu verwenden, wäre es mir zu unerforscht.

10. Halte Ausschau nach süßen Lebensmitteln, bei denen nicht in der Inhaltsstoffliste Zucker an erster Stelle steht (und die keine Süßungsmittel enthalten!).

11. Sei nicht zu streng mit dir. Frustration und Dogmatismus haben noch niemals jemandem geholfen und ein Stückchen Schokolade mit Freude wirkt sich über die emotionale Ebene positiv auf die Transformationskraft aus.

Hier sind die verschiedenen Zuckersorten auch nochmal genauer erklärt.

In den nächsten Tagen gibt es das Flapjack-Rezept! Ich esse jetzt zur Therapie seit einer Woche keine Süßigkeiten außer diesen Haferkeksen. Zusammen mit vielen gekochtem, kuppelförmigen Mahlzeiten (klimazonen- und jahreszeitengerecht!) tut sich so einiges und meine Übelkeit ist weg. Nun heißt es, die Verdauung wieder zu „trainieren“.

Bis demnächst…

First of all – it’s probably impossible to avoid white sugar completely. At least not in a way that would be generally satisfying. A moderate amount of white sugar probably doesn’t harm anyone, too. But the term „moderate“ means something else to every individual human being. People are different and the stuff they are able to deal with also differs from person to person. Since approximately 6 months eating sweets makes me nauseous (literally), especially on an empty stomach. My spleen-qi is deficient in a way so that it can’t cope with this kind of influence. In addition there is a certain level of tension which together with the heat from the sugar and my weak transformation creates a nice repletion of damp-heat in my „middle burner“ (digestive energy).

The combination of ingredients in conventional chocolate and other sweets only adds to this situation (colourants, flavour enhancers, etc. etc.).

Many other factors apart from sugar (klimazone, season, physical and mental activity, constitution) play an important role! Reconsidering the cosumption of sugar is still a good way to start being more aware of your nutrition.

Some „basic rules“ on sugar:

1. Try to integrate alternative ways to sweaten your meal: honey, agave syrup, barley malt and treacle are only a few of lots of possibilities.

2. If using sugar, try whole cane sugar. The molasses is not separated from the rest and it’s a little sticky. Your body has to make a little effort to digest it and thus doesn’t get a pure sugarbomb. There are many levels of molasses contained in different types of sugar, the truly unrefined one being dark brown soft sugar (see image). Maybe you’re wondering why I’m explaining this, but in Germany it’s quite a hassle to get it. In fact, the stuff in the picture I bought in England.

3. Raw cane sugar is nothing else than refined cane sugar.

4. Candied sugar is nothing else than caramelized refined sugar and brown sugar is often only white sugar coloured with syrup.

5. Try to make your own desserts, candy, cookies etc. Be creative. This way you are in control over the amount and quality of sugar you wanna use (next post will be a recipe for flapjacks from oat-flakes (the english kind) with raw cane sugar and a little syrup).

6. Please don’t use artificial sweeteners. These often contain aspartam (a possibly carcinogenic additive)

7. Enjoy the sweet stuff after a meal rather than before it. Your digestive system will be already very active and a little sugar won’t hurt.

8. Fruits are sweet, too! Keep it local, though.

9. In my humble opinion: Be careful with stuff like stevia. Every herb has certain properties and for a regular use just as a sweetener I would think there might not be enough long-term experience with it.

10. Choose sweet food in which sugar is not the main ingredient.

11. Nevertheless: Take it easy. Frustration and dogmatism are never helping and a nice piece of chocolate that you really enjoy has a positive effect on your transformation.

This blog post also explains some different kinds of sugar.
Within the next days I’ll post the Flapjack-Recipe. As a therapy I haven’t eaten any sweets for the last weeks except for these oatmeal-bars. Together with a lot of soup-like meals (regional and seasonal!) things are improving quickly and my nausea is gone. Now I have to „practice“ eating „normal“ again, without going back to old habits like eating tons of white sugar stuff.

See you soon…

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Übrigens… – By the way…

….habe ich heute diesen Blog entdeckt und finde ihn ganz großartig toll. Super Rezepte.

….I just discovered this blog today and I find it absolutely great. Awesome recipes.

Die geschwächte Erde und der Zucker – The deficient earth and the sugar

[english version below]

Bei einer geschwächten Verdauungskraft (in der Chinesischen Medizin Erde-Qi-Mangel oder auch Milz-Qi-Mangel genannt) macht es unter Umständen Sinn, den eigenen Zuckerkonsum zu überdenken. Ein Erde-Qi-Mangel zeigt sich zum Beispiel in Müdigkeit (besonders nach dem Essen), Völlegefühl nach dem Essen, Übelkeit, weichen Stühlen, Blähungen und einer geschwollenen Zunge evtl. mit Zahnabdrücken.

Süße Dinge, also auch Zucker, werden in der CM als tonisierend (kräftigend, stärkend) beschrieben. Grundsätzlich also eine gute Sache. Zu beachten ist hier, dass in der CM-Theorie nicht nur die wahrnehmbare Geschmacksrichtung gemeint ist, sondern die Wirkung, die ein Nahrungsmittel auf die Verdauungsfunktion und den gesamten Körper hat. Also: süß ≠ schmeckt süß, sondern süß = tonisierend. Daher sind auch Dinge als süß eingestuft, die nicht unbedingt süß schmecken, z.B. Hafer, Pastinaken oder Spinat. Diese Nahrungsmittel fördern die Umwandlung von Xue in Qi. Zu deutsch: Die versorgenden und nährenden Prozesse des Körpers werden angeregt und stellen damit mehr Kraft für die Körperfunktionen bereit, stimulieren also Vitalität (Qi)¹. Hier kann man schon schlussfolgern, dass für diesen Vorgang genug Versorgung (Xue), oder auch Reserven bereitgehalten werden müssen! Ansonsten wird der Körper durch die Qi-Tonisierung eher geschwächt.

Unser Raffinadezucker (weißer Kristallzucker) ist zum einen einfach extrem süß. Soviel Süße braucht eigentlich kein Mensch, um sein Qi zu tonisieren. Das kommt daher, dass über mehrere industrielle Schritte alle anderen Stoffe vom eigentlichen Zucker-Endergebnis getrennt werden (z.B. die Melasse – gar nicht so süß). Weißer Zucker ist also übermäßig süß und regt sehr stark die Umwandlung von Xue in Qi an. In Maßen wäre das zu verkraften. Wenn aber nicht genug Xue da ist, werden die Reserven dadurch erschöpft. Außerdem isst der normale Mensch der westlichen Welt riesige Mengen von diesem Zucker!

Dazu kommt, dass der Körper den Zucker in seiner Reinform präsentiert bekommt. Um die süße Wirkung der Pastinake zu entfalten, muss sie erst verdaut werden. Da es sich um ein komplettes Gemüse handelt, erhält der Mensch hierdurch wieder Nährung und Versorgung (Xue). Beim weißen Zucker ist dies nicht der Fall, da er im Grunde reduziert ist auf den reinen süßen Geschmack. Er gibt uns also Energie, ohne den Verbrauch dabei wieder aufzufüllen (ganz einfach gesagt!).

Bei einem gesunden Menschen schwächt maßloser Zuckerkonsum irgendwann die Verdauung. Man stelle sich vor, was bei einem Menschen mit schon geschwächter Verdauung passiert! Es wird immer weiter Vitalität bereitgestellt, die der Körper gar nicht mehr hat, was wiederum die Reserven immer weiter erschöpft, weil ja nichts aufgeholt wird. Außerdem wird der Körper von der Verdauung der „richtigen“ Nahrungsmittel abgelenkt, weil ja kurzfristig schon genug Energie da ist. Die Verdauung wird nicht kultiviert und damit nach und nach geschwächt. Dies passiert besonders, wenn man Süßes direkt vor der eigentlichen Mahlzeit zu sich nimmt.

Soviel zur Theorie. Es folgt so bald wie möglich ein Artikel zum Thema Alternativen, Maßhaltung und deren praktischer Umsetzung! Da ich mich zurzeit mit diesem Thema intensiv auseinandersetze, werde ich versuchen, regelmäßig Rezepte für selbstgemachte Süßigkeiten zu posten. Der Vorteil: man hat Kontrolle über die Menge und die Art des Zuckers, den man verwendet (und natürlich über alle anderen Inhaltsstoffe).

Bedenkt bitte, dass bei einem ernsthaften Verdauungsproblem diese Hinweise nicht ausreichen. Unter Umständen muss die gesamte Ernährungsweise umgestellt werden, die Zuckerfrage ist nur ein Aspekt von sehr sehr vielen. Diese Tips sind gedacht für Leute, die ihr allgemeines Wohlbefinden verbessern möchten, oder für jene, die bereits einen Arzt oder Heilpraktiker o.ä. bezüglich ihres Problems konsultiert haben. Das hier ist außerdem ein gutes Buch über Ernährung im Sinne der CM, gibts leider nur auf Englisch.

¹Vergesst nicht, dass die CM aus einem völlig anderen Wissenschaftansatz entstanden ist, als unsere Medizin. Es werden andere Begriffe verwendet, um völlig andere Zusammenhänge zu beschreiben. Es macht keinen Sinn, die Wissenschaftlichkeit der CM mit unserer Wissenschaft zu bewerten.

With a condition of weakened digestion (in terms of Chinese Medicine called earth-qi-deficiency or spleen-qi-deficiency), it might make sense to overthink one’s own consumption of sugar. You can recognize a spleen-qi-deficiency by the help of one or more of the following signs: tiredness (especially after a meal), fullness after eating, nausea, loose stools, bloating and a swollen tongue, maybe with teethmarks.

Sweet things, including sugar, are considered tonifying in CM-theory. So generally that’s a good thing. Keep in mind that this is not only about the actual taste of a certain food, but rather about the effect it has on digestive processes and the body in general. That means: sweet ≠ sweet tasting, but sweet = tonifying. That’s also why sometimes things are categorized as sweet although they don’t really taste sweet, for example oats, parsnips or spinach. These foods stimulate the generation of Qi through Xue. In english: the body’s nourishing processes are stimulated to provide more energy for the general bodily functions, i.e. vitality (Qi)². You can already tell that of course there has to be a good quality of Xue-supply in the first place, to maintain this process. If this isn’t the case, if the Xue is already weakened, the tonifying of Qi will exhaust the body even more.

First, our refined sugar is extremely sweet. Nobody needs that much sweetness to tonify their Qi. The reason for this is that in a couple of industrial steps all the other compounds are seperated from the sugar that most of us actually use (e.g. molasses – not that sweet). As a result, the body generates a lot of energy from his „resources“. In moderate amounts in a healthy person this would be okay. A weakened or sick person would burn up their own reserves and might create conditions of excessive heat in the body. And consider the massive amounts of refined sugar an average person consumes!

Also, we eat the isolated sugar. A parsnip, for example, has to be digested before its sweet effect is of any use for us. And because it’s a whole food, nourishment is engendered again (Xue). White sugar doesn’t do this because it’s pure sweet flavour. It stimulates energy without nourishing the body (in the same way, although not in the same extent, coffee and stimulant drugs do, by the way!) and therefore exhausting it (simply put!).

Furthermore, by eating too much sugar, the body gets distracted from digesting the „proper“ food because for the short term there is enough energy. Digestive processes are not cultivated in a good quality and therefore degenerate. This is especially the case, when you eat sweets directly prior to a meal.

So much for theory! I’m gonna try to keep the following posts a little shorter, thank you for reading all this. I’m gonna post the next article about alternatives, moderation and the practical realization. And because right now I’m dealing with this matter a lot, I’m gonna post some ideas for home made sweets, too. The benefit: you can control how much and what kind of sweeteners you want to use.

Please be reminded, that these tips are meant for healthy people who want to improve their general wellbeing or for people who have already consulted a doctor or healthcare practitioner or the like concerning their problem. In cases of serious indigestion a complete change of diet might be necessary and these advices might not be sufficient. Please note that the sugar issue is only one aspect of many many more.

This is a very good book about nutrition from the chinese point of view.

²Don’t forget, that CM has been developed from a completely different point of view than our western medicine. Different terms are used to describe different relations. It doesn’t make sense to evaluate this concept of science with our western criteria.

Liebe Leser – Dear readers

Ich schreibe diesen Blog, um über meine Erfahrungen auf dem Gebiet der Chinesischen Medizin zu berichten, Fragen zu erörtern die sich mir oder anderen stellen und natürlich, um euch über meine baldige Reise in die USA auf dem Laufenden zu halten. Auch wenn sich die Leserschaft dieses Blogs, besonders am Anfang, wahrscheinlich auf eine Handvoll Leute beschränkt, werde ich ihn zweisprachig verfassen, damit auch jeder, der zufällig über diese Seite stolpert, daran teilhaben kann. Englisch ist jedoch nicht meine Muttersprache, deswegen verzeiht mir bitte die unvermeidlichen Fehler… Viel Spaß beim Lesen und vergesst nicht die Kommentare!

I’m writing this blog to share my experiences in the vast field of Chinese Medicine, discuss questions that come up in my mind and in the minds of others and also, of course, to keep you informed about my upcoming trip to the USA (which is related to Chinese Medicine, too). Even if the readership of this blog will be limited to a handfull of people, especially in the beginning, I’m writing it in two languages, to allow everyone who might stumble across this page by accident to take something with them. However, English is not my mothertongue, so please forgive me the unevitable errors… I hope you enjoy this blog and don’t forget to comment!

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